Sonntag, 28. Februar 2016

Seelenlicht

Ich habe eine Seele gefunden.
Eine Seele, die mich in diesem Erdenleben begleitet. Eine Seele, die ich erkenne und die ein Teil meines Teiles, und somit meines Ganzen ist. Sie geht mit mir an meiner Seite, sie weilt in meiner Nähe und erleuchtet meinen Weg auch in der Dunkelheit. Kein Versprechen, kein Schwur, kein Eid, kein Pakt und auch kein Gelübde haben wir eins geleistet, als wir zu anderen Zeiten noch unterwegs waren. Einfach ein spüren in Harmonie. Ein EINKLANG des Herzens und ein Leuchten unserer Seelen haben uns wieder verbunden und verschmelzen lassen. Es gab Zeiten, da suchte ich meine Sehnsucht in mir nach einem abgesprungenen Teil. Meine Kindheit verlief eher wie die Wogen der Meere. Mal waren sie ruhig und sanft, dann von einer zur anderen Sekunde türmten sich meterhohe, gigantische und mächtige Riesen auf. In mir tobte der Sturm. Aber ich sah keine Möglichkeit, diesem zu einem Portal hinaus zu begleiten. Stiller Protest, Furcht, Unsicherheit, Mutlosigkeit und Ohnmacht eroberten sich Stück für Stück ganze Landstriche in mir. Meine Hoffnung aber gab nicht auf und ich wußte tief in mir, dass ich weiter gehen sollte. Auf der Suche nach meinem Glück, nach wertvollen Erfahrungen. Und so wanderte ich weiter...
Auch in meiner Jugend wurden die Naturgewalten nicht gerade milder. Es kam ein tobender Schneesturm auf. Nebel versperrte meine Sichtweise und trübte meine Gedanken. Kälte drang immer tiefer in mir ein. Ließ mich fast erstarren, mich zweifeln und in meinem Herzen noch trauriger werden lassen. Immer wieder sammelte ich meine Kräfte zusammen, die der Wind zu verstreuen suchte, und begann erneut den Sonnenstrahlen entgegen zu gehen. Doch einer Tages fand ich Wärme, die mir verhalf an mich zu glauben, mir Halt zu geben und neues Leben entstehen zu lassen. Diese Wärme breitete sich in mir viele Jahre lang aus. Es loderte, glühte und glimmte, aber das mächtige Feuer in mir und in meinem Herzen, es war noch nicht gefunden und entfacht worden. Es fehlte immer noch etwas. Etwas was ich schon in meiner Kindheit suchte. Um mein Feuer am Brennen zu halten, brauchte es nicht nur trockenes wertloses Holz, sondern Holz von langsamen ausdauernden Wuchs. Die Kraft des Baumes war entscheidend, wie er den Sturm und den Regen über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg trotzte. Dieses Holz, so wußte ich, mußte ich finden, um in meinem Herzen die nötige Funkensprühende hell erleuchtende Energie zu vereinigen und in all meinen Zellen zum Strahlen zu bringen. 
Und ich fand es: Eines Tages nach fast zwei Jahrzehnten. Plötzlich und unerwartet stand der Baum vor mir, und mein Herz wurde leichter.
Meine Seele hatte mich geführt, wie vereinbart zu Tag und Stunde.
Zwei Hälften -  ein Ganzes
Jetzt stand ich vor diesem Baum, dessen Holz für mich wertvoller als Gold aufwog. Wenn ich im Leben weiter gehen möchte, so darf ich nicht achtlos diesen Baum fällen, denn eines Tages ist auch sein Holz aufgebraucht und es bedarf keinen neuen Baumes dieser Güteklasse. So sammelte ich Jahr aus und Jahr ein, seine herumliegenden abgeworfenen Äste und konnte dadurch mein Feuer am Brennen halten. Mein Körper und meine Seele tankten wertvolle Energien auf, wurden stärker und stärker und ließen bald den Wald erleuchten und erstrahlen. Eines Tages stand ich wieder dort, vor diesem Baum, der mir so viel bedeutete: Ich spürte seine Erleichterung, ein Aufatmen, eine Glückseligkeit aus seiner Mitte heraus. Jetzt verstand auch er meine Botschaft, die ich über viele Jahre hinweg mit Liebe in meinem Herzen zu übermitteln versuchte: 
Es suchten zwei Seelen einander und fanden zwei Seelen zueinander.


 Ihre Gabriele Look

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